CURRICULUM VITAE

BEAT PRESSER blog   Fotografie: Luiza Pechel, Berlin

FOTOGRAFIE UND WERK VON BEAT PRESSER

Beat Presser, 1952 in Basel geboren, begann nach seiner ersten Reise durch Afrika und Asien seine Ausbildung bei einem der renommiertesten Modefotografen der Schweiz. Zwanzigjährig erlernte er das Handwerk von der Pike auf, arbeitete im Labor und als Assistent im Studio. Obwohl ihn die Modefotografie bald nach Paris führte, war sie wenig mehr als ein Mittel zum Zweck. Sie bot die hervorragende Möglichkeit, sich mit der Technik und Lichtführung vertraut zu machen, den Umgang mit Menschen und Projekten zu erlernen, Geld zu verdienen und das nötige Fingerspitzengefühl zu entwickeln, um Kundenwünschen gerecht zu werden.

Doch letztlich war es immer Beat Pressers Wunsch zu reisen, eigene Wege als Fotograf zu gehen und selbstgewählte Geschichten zu erzählen. Dieser Wunsch und seine Liebe zum Kino brachte ihn schließlich zum Film. Er wurde Kameramann und noch in den 70igern Herausgeber der Zeitschriften „Palm Beach News“ und „The Village Cry“, die ohne Berührungsängste alle Bereiche kreativen Arbeitens in Beiträgen zu Mode, Fotografie, Film, Architektur und Kunst miteinander vereinten. In dieser Zeit begegneten ihm viele faszinierende Menschen – Kreative jeglicher Couleur, Fotografen, Filmer und Schauspieler, die ihn inspirierten. Unter ihnen auch Klaus Kinski und Werner Herzog.

Kinski und Herzog sollten seine Arbeit in den 80-iger Jahren prägen. Für Herzog arbeitete er u.a. als Kameraassistent und Standfotograf während der Dreharbeiten zu „Cobra Verde“ und „Fitzcarraldo“. Für Kinski wurde er zu seinem bekanntesten Fotografen. Doch letztlich war und ist es seine Begeisterung für das Reisen, das Beat Pressers Arbeit noch heute bestimmt.

So entstand die Idee zu dem Projekt: Oase der Stille bereits vor vielen Jahren. Noch keine 20 erlitt er bei seiner ersten Reise einen Autounfall in Thailand. Durch die ihn pflegenden Mönche kam er dort nicht nur früh mit dem Buddhismus in Kontakt. Vielmehr faszinierten ihn die gewonnenen Eindrücke derart, dass er beschloss, sie irgendwann in seinem Leben zu thematisieren. Doch erst 30 Jahre später war es soweit. Mittlerweile entstand ein  Buch und seine Aufnahmen wurden in diversen Ausstellungen gezeigt. Auch seine Liebe zu Madagaskar schlug sich in Filmprojekten und Fotografien nieder. Hier lebte Beat Presser zusammen mit Buchdesignerin Vera Pechel für mehrere Jahre. Auch sein neuestes Buch „Dhau – Beatus Piratus auf Sindbads Spuren“ spiegelt den Wunsch wieder, Geschichten zu erzählen – Geschichten, die von fremden Kulturen berichten, den Betrachter und Zuhörer mitnehmen in die entlegensten Winkel dieser Welt.

Beat Presser ist davon überzeugt, dass man mit gut recherchierten Geschichten und qualitativ hochwertigen Bildern Menschen erreichen kann. Wenn auch nicht die große Masse. Und dass die klassische Fotografie, analog und Schwarz-Weiss, auch heute noch eine Berechtigung besitzt. Er betrachtet sie als eine Kunst, geeignet die Sinne und den Verstand zu schärfen, Zusammenhänge erkennen zu lassen und ein Bewusstsein für Qualität zu entwickeln.

In diesem Sinn realisiert Beat Presser weiterhin eigene Projekte, produziert Bücher und Ausstellungen, lehrt Fotografie und führt zusammen mit dem Goethe-Institut Foto- und Filmworkshops in Südamerika, Indien, Asien und Afrika durch. Und er erzählt – über seine Arbeit, sein Leben, sein Werk – weit entfernt … vom Mainstream.

Daniela Swoboda. Arbeitskreis digitale Fotografie, Freiburg