Poetere. Der "Pinisi" Hafen in Makassar

POETERE

Fotografie: Poetere. Der Pinisi Hafen in Makassar

Nun bin ich etwas mehr als 6 Monate und über 4500 Seemeilen unterwegs im Indonesischen Archipel. Zeit für eine kleine Rückschau.

Meine Schiffsreise beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2014 in Makassar, dort wo Joseph Conrads Antiheld Heemskirk das Schiff seines Erzfeindes Jasper Allen auf ein Riff auflaufen läßt. Alles einer Frau wegen. Allen verfällt dem Wahnsinn, die schöne Freya von den sieben Inseln stirbt an Bleichsucht. Nur Heemskirk`s Schicksal bleibt ungewiß. Ebenso ungewiß wie mein eigenes jetziges Abenteuer.

Der Besuch von Fort Rotterdam ist wenig ergiebig; als ich aber das fein säuberlich renovierte Fort verlassen will, stellt sich mir ein Rikschafahrer in den Weg und meint: „You must go to Poetere!“ Ich weiß zwar nicht, wovon er spricht, steige aber ohne viel nachzufragen in seine Fahrradrikscha und los geht die Fahrt. Vorbei an großen Hafenanlagen, Containern, Kranen, Sperrzonen zu unserer Linken, Karaokebars zu unserer Rechten. 20 Minuten später sind wir in Poetere, dem alten traditionellen Hafen von Makassar. Wieso wußte der Rikschafahrer mit seinem herzlichen Lachen und stetigem „Look Mister here und look Mister there,“ daß ich genau das suchte? Und wieso wußte ich nichts von Poeteres Existenz?

Zuerst brauchte ich einen Kaffee. Man winkt mich in eine kleine Hütte und braut mir ein wohlriechendes Getränk. Um mich herum braungebrannte, muskulöse und fröhliche Hafenarbeiter und Seeleute beim Frühstück. Sie rauchen massenweise Gudang Garam und amüsieren sich – ebenso wie sie sich wundern – über meine Anwesenheit. Niemand außen erahnt diese lustige Gesellschaft in der kleinen Hütte und daß hier gegessen, getrunken und geraucht wird. Eigentlich widerspricht es den Regeln, denn die Sitten sind streng – es herrscht Ramadan.