Die Medina, schwimmend vom Wasser aus fotografiert

DIE STARKE STRÖMUNG MACHT DER MEDINA ZU SCHAFFEN

Der Rest der Reise mit Kapitän Nidun war unspektakulär. Abgesehen von einen furchterregenden Gewittersturm mit Donner und Blitz und daß ich zur Freude Aller am dritten Tag einen Fisch fing, gibt es wenig zu berichten. Dass ich kein Wort verstand, was meine Seemannsfreunde mir berichten wollten, beruhte auf Gegenseitigkeit: Auch sie verstanden nicht, was ich sagen wollte. Aber muß man immerzu fragen, um etwas zu verstehen?

Nach vier Tagen erreichten wir die Ostküste der Insel Flores und versuchen von Norden herkommend, unseren Bestimmungsort Larantuka anzusteuern. Strömung und Gegenwind sind allerdings dermaßen stark, daß es sich als unmöglich erweist, mit dem schwerbeladenen Schiff bis zum Hafen zu kommen. Gegen vier flaut der Wind ab, sagt Kapitän Nidun und geht vor Anker. Wunderbar sage ich mir; binde mir ein langes Seil um den Bauch, lege mir die Unterwasserkamera zurecht und springe zum Entsetzen der Crew über Bord. Kein Wunder, keiner der Besatzung kann schwimmen! Die Strömung ist nicht zu unterschätzen, dennoch gelingt es mir, mit Schwimmflossen einmal um das Schiff zu schwimmen und eine Anzahl Fotografien zu machen. Gegen vier Uhr nachmittags hat der Wind gedreht und die Strömung nachgelassen. Noch am selben Abend lerne ich Antonius Bataona kennen.

Zwei Jahre später mache ich eine weitere Bekanntschaft in Larantuka. Ein Mann steht auf einem Hügel am Strand mit Stativ und einer langen Optik. Es ist ein Fotograf aus Maumere, der mit einem deutschen Forscherteam und der hiesigen Regierung zusammenarbeitet. Die starke Strömung soll genutzt werden und ein Gezeitenkraftwerk ist geplant. Aber schwieriger als man glaubt! Bis jetzt sind alle Turbinen, die man installiert hat von der Strömung weggerissen worden, meint er nachdenklich und widmet sich wieder seiner Fotografie.