Pinisi vor der Motorisierung. Gemälde von Mike Turusy, Makassar 2002

DIE MOTORISIERUNG DER PINISI

Pinisi Gemälde von dem Maler Mike Turusy aus Makassar, 2002

War es ein kluger Entscheid von der damaligen Regierung die Pinisis, diese prächtigen und einzigartigen Segelschiffe und Transportmittel, die seit einem halben Jahrtausend im Malaiischen Archipel unterwegs waren, allesamt per Dekret in Motorschiffe umzurüsten? War man sich der Konsequenzen bewußt und hat man das Pro und Contra gegeneinander abgewogen? Umweltverschmutzung, Rohstoffabhängigkeit, Gehörschäden, Vergiftungen, Volksgesundheit, Verlust eines der edelsten Kulturgüter Indonesiens, um nur einige Nachteile zu benennen. Sicher geht jetzt alles etwas schneller, als wenn das Schiff nur vom Winde getragen wird, dafür werden die Waren teuer und die Muße geht verloren. Aber in letzter Konsequenz, wenn alle etwas langsamer ginge, wäre das ein grosser Verlust?

Der Entscheid aus den 70er Jahren, alle Segelschiffe umzurüsten – und das ist um so bedauerlicher – hat einem der ältesten Kulturgüter Indonesiens, der Jahrtausende alten Segel- und Seemannskunst den Gnadenstoß verpaßt. Aber wie hat der Mitautor und Ratgeber meines Buches Dhau, Beatus Piratus auf Sindbads Spuren Professor Abdul Sheriff zu mir gemeint: „History is a one way street!“ Nur ein paar alte Seeleute die ich treffe, erinnern sich wehmütig an die stolzen Tage, als Indonesien die größte Segelflotte der Welt stellte. 4000 bis 5000 Segelschiffe sollen noch vor 40 Jahren im Archipel von Insel zu Insel gesegelt sein. Junge Seeleute aber haben kein Verständnis mehr für die alte Kunst, vom Winde getragen zum Ziel zu gelangen.

Auf meiner mehrmonatigen Reise im Archipel habe ich keinen einziger Segler mehr gesehen. Angeblich soll es aber noch wenige geben. Gebaut und ausgerüstet von Ausländern – für Touristen und 1000 Dollar pro Tag und Person.