Kapitän der "Sabuk Nusantara 33"

MIT DER „SABUK NUSANTARA 33“ UNTERWEGS

Eine Schiffssirene ertönt. Wir laufen zum Hafen und springen an Bord. Vorbei an mobilen Händlern und der Crew. Hier sind Passagiere, Mannschaft und Verkäufer kaum voneinander zu unterscheiden. Wir fragen einen kleinen Mann nach dem Kapitän. Das sei er, meint er kurz angebunden und offeriert uns eine Kajüte mit zwei Betten, einem zugesperrten Schrank, einem Stuhl und einem Tisch. Wenig später nehmen wir Kurs Richtung Süd-West.

Unsere Reise unterscheidet sich so gut wie in allem von jener des Magellan. Aber nicht so sehr von desAlfred Russel Wallace, Entdecker, Linguist, Evolutions- und Naturforscher, Botaniker und Zoologe, der 1854 bis 1862 im Malaiischen Archipel unterwegs war und seine außerordentlichen Forschungen betrieb, sammelte und über 100 000 fein säuberlich präparierte, zum Teil bis anhin unbekannte Tier- und Pflanzenexemplare zurück nach England brachte.

Auch wir steuern mit unserem Schiff die kleinsten Häfen an im Archipel. Kleine unscheinbare und von der Welt vergessene Orte, weit ab von jeder Schiffsroute: Bula, Kobi, Wahai auf der Insel Seram; Fafanlap, Salafen und Katapu auf Misool. An jedem Ort ist unser Schiff die Verbindung zur Außenwelt und Verdienstmöglichkeit zugleich. Überall wird Essen feilgeboten, während im Hafen Waren aus- und eingeladen werden. In Salafen bietet der Ortspolizist seine selbstgezogenen Wassermelonen an, auf der Schulter ein Kakadu. Der Kapitän lädt ein zum Schnaps und erzählt Seemannsgarn. Seine unzähligen Freundinnen singen Karaoke, laut hörbar über den Bordlautsprecher. Als wir aber in Sorong und wieder in Neu Guinea einlaufen sind Mannschaft, Matrosen, Offiziere und Kapitän kaum wiederzuerkennen. Alle fein gestriegelt in weißen und blauen Uniformen mit Bügelfalten.

Ein gravierender Unterschied besteht allerdings zwischen der Reise des Alfred Russel Wallace und der unsrigen: Wallace war mit Segelschiffen unterwegs. Zudem: Sklavenhandel und Piraterie gehörten damals ebenso zum Alltag wie der Kannibalismus!