Schiff auf Ölsuche vor Fak Fak

FAK FAK UND DAS ÖL

In Fak Fak herrscht ungewöhnliche Betriebsamkeit und viel Neues ist am Entstehen. Im Hafen wurde Land aufgeschüttet um die Hafenanlage zu vergrössern und entlang der Hafenpromenade entsteht ein neues Geschäft am andern. Die Geschäfte gehören fast ausschliesslich Chinesen und das Warenangebot ist äusserst reich und vielfältig. Auch alle wichtigen und offiziellen Stellen in der Stadt sind von Leuten besetzt, die nicht aus Papua stammen, sondern nach Fak Fak versetzt wurden oder sich aus freien Stücken hier angesiedelt haben.

Am Nachmittag schlendern wir der Pier entlang, als ein grosses und gut ausgerüstetes Schiff anlegt. Erstmals seit sechs Wochen sehe ich wieder ein weisses Gesicht. Und zwar gleich fünf! Fünf müde unfreundliche und düster dreinblickende Männer Mitte 50 entsteigen dem Boot, in einen Bus. Ich spreche einen – er erinnert mich unweigerlich an John Wayne – an und frage nach ihrer Absicht. „Öl und Gas suchen“ meint der unrasierte und braungebrannte Australier kurz angebunden. Ob er denn schon fündig geworden sei, frage ich höflich. „No, not yet!“ meint er grimmig und rauscht im Bus mit den vier anderen Missmutigen davon zum Flughafen.

Am Abend sitzen wir im Angelo, ein von einer Chinesin geführtes Restaurant. Am Nebentisch sitzt ein Papua und wir fragen, was er von der Öleuphorie halte? Die Bohrungen würden unweit von Fak Fak mit einer Art Schallgerät durchgeführt und hätten ein grosses Fischsterben zu Folge gehabt. Auch hätte sie, die Papuas, wenig von dem bevorstehenden Boom. Profitieren würden die Anderen. Die Australier, die Europäer, die Neuansiedlern und die Mächtigen in Jakarta; ihm bleibe nur der tote Fisch!