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Ein Schiff wird Kommen

BAU BAU. 15. JUNI 2014

Wir kaufen uns zwei Tickets Economy Class von Bau Bau nach Ambon. 12 Uhr mittags sollen wir uns an der Pier einfinden, um 13 Uhr würden wir in See stechen. 12 Uhr, noch kein Schiff. Dafür ein großer Platz, fliegende Händler mit Wasser, Eßwaren, Handelswaren jeglicher Art und Hunderte von Passagiere, die der Dinge harren, die da kommen mögen. Die Leute vertreiben sich die Zeit mit Kartenspiel und Schach; es wird geschlafen, gegessen, gewartet, gelacht, flaniert, gestaunt. Alles geht friedlich von statten. Keine Unrast, kein Murren, keine Beschwerden. Alles wartet geduldig auf das große Pelni Schiff. Hier ist Warten ein Teil des Lebens und von Gott gegebene Zeit.

Die großen Linien in Indonesien werden von der Schiffahrtslinie Pelni betrieben. Mit über achtzig, meist in Papenburg (Deutschland) gebauten Schiffe, bedienen sie regelmäßig große Teile des immensen Inselreiches. Auf den Schiffen befinden sich ein Bordrestaurant, eine Karaokebar, eine Tanzbühne, eine Moschee und vier verschiedene Passagier–Klassen. Je nach Bedürfnis und preislich abgestuft.

Ich nutze die Gelegenheit, schlendere zum Büro der Coast Guards, stelle mich kurz vor und erhalte die Erlaubnis einige der wachhabenden Offiziere zu portraitieren. Alles geht locker und humorvoll über die Bühne. Dann gehen wir essen, vertreten uns die Füße, trinken einen weiteren Mangosaft und vertreiben uns weiter die Zeit mit Lesen. Später begeben wir uns wieder zum Hafen. Auf dem Weg summe ich Lale Andersens Lied Ein Schiff wird kommen. Just bei der Strophe: Und warte auf die fremden Schiffe aus Hong-Kong, aus Java, aus Chile und Shanghai höre ich die Schiffssirene. Inzwischen ist es 1h morgens.