"Sinar Harapan" in voller Fahrt

Mit Kapitän Yukri unterwegs von Larantuka nach Tarasu

22. Mai. 2014 – Beat Presser berichtet:

Wir sollten uns am Mittwoch pünktlich um neun Uhr auf der Sinar Harapan einfinden, meinte Kapitän Yukri zu mir, schaute vom Schachbrett auf und strahlte. Er hatte mich soeben Schachmatt gesetzt. Yukri ist der jüngste Kapitän, der mir bis anhin begegnet ist. Erst 28 Jahre jung und seit vier Jahren bereits Kapitän auf der 1980 in Tanaberu gebauten Sinar Harapan, mit der er im Auftrag eines Eigners aus Makassar regelmäßig Waren von Flores nach Sulawesi transportiert. Heute ist das Schiff leer, wir werden ohne Waren nach Norden aufbrechen. Wegen starker Strömung und unberechenbaren Winden verzögert sich unsere Abreise bis zum späten Nachmittag.

Gelegenheit für einen Spaziergang an der Pier. Dort treffe ich Kapitän Nidun. Mit ihm bin ich vor eineinhalb Jahren von Bonerate nach Larantuka gesegelt. Es ist ein freudiges Wiedersehen, das wir mit einer Flasche Guiness begießen. Ich zeige ihm die Fotos, die wir zusammen gemacht haben von ihm, der Crew und seiner Pinisi; er ist begeistert und will sich immer wieder die Fotos auf dem iPad ansehen und ist traurig darüber, daß wir nicht mit ihm nach Makassar segeln, sondern uns mit Yukri verabredet haben.

Aber Yukri segelt nicht nach Makassar. Kaum hat er – kurz vor Sonnenuntergang – den Anker gelichtet und die Segel gesetzt, meint er, wir würden nun doch nicht Richtung Makassar, sondern nach Tarasu steuern. Tarasu? Wir konsultieren die Detailkarte. Tarasu, auch „Seven-Seven“ genannt, 140 km vom ursprünglichen Zielort entfernt. Macht nichts sage ich mir. Der Hafen liegt im Landesinnern, das heißt wir müssen einen Fluss hinauffahren. Das gibt sicher schöne und ungewöhnliche Bilder! Aber kurz vor Tarasu laufen wir auf Grund …