Vollgepackte Pinisi kurz vor der Abfahrt

Bau Bau

16. Juni 2014

Bau Bau ist eine kleine am Meer gelegene Stadt auf der Insel Buton in Ost Sulawesi. Eine Stadt, wie es wohl Hunderte gibt im indonesischen Inselreich. Alles was nicht aus der Landwirtschaft stammt wie Reis, Mais, Sago, Kopra, Tabak, Kaffee oder Zuckerrohr, was nicht aus dem Wald oder im Meer gewonnen wird, muss per Schiff nach Bau Bau und auf die über 6 000 anderen bewohnten Inseln gebracht werden. Vom Nagel zur Elektronik, von Frischprodukten zum Motorrad, vom Smartphone zur Trockenmilch.

Enorme Anstrengungen werden unternommen und eine komplizierte Logistik ist von Nöten, um einer immer größer werdenden Nachfrage nach Produkten gerecht zu werden. Murhum, der Hafen von Bau Bau ist ein geschäftiger Umschlagplatz für Waren und Passagiere. Hier laufen alle nur möglichen Schiffe ein und aus: Kleine und große Schiffe. Perahus. Schnellboote mit Cafeteria und Karaokeraum. Linienschiffe für über 1000 Passagiere nach Makassar, Surabaya, Kijang, Namlea, Ambon, Ternate, Balikpapan und Bitung.Passagierschiffe zu kleineren Häfen in Sulawesi. Zubringerkanus. Fischerboote. Containerschiffe. Öltanker nach Surabaya und Semerang. Fährschiffe für Passagiere und Autos, die im Zweistundentakt benachbarte Inseln wie Waara, Dongkala, Kassipute, Raha oder Kendari ansteuern.

Zwischen Murhum und dem Fährhafen liegt ein winzig kleiner Hafen. Nur fünf oder sechs kaum 7 oder 8 Meter lange Pinisis liegen hier vor Anker. Da wollen wir mitfahren! Im Kanu fahren wir zu einem der Schiffe um nachzufragen; aber für einmal ist uns das Glück nicht hold. In der Nacht zuvor hat eine Pinisi, vollgepackt mit Matratzen und Konservenbüchsen, den Hafen Richtung dem 550 Seemeilen entfernten Ternate auf den Molukken verlassen. Die nächste Pinisi wird erst wieder in 10 Tagen auslaufen. Solange wollen wir aber nicht warten und entscheiden uns für das Linienschiff.